Was über Facebookgruppen gesagt werden sollte

Was über Facebookgruppen gesagt werden sollte

Facebookgruppen sind eine wahnsinnig tolle Sache. Facebook an sich ist schon super, aber Facebookgruppen setzen noch einmal einen oben drauf. Denn jetzt kann man nicht nur miteinander chatten, sich austauschen, sich Likes für sein Mittagessen holen und sich über aktuelle Weltereignisse auslassen. Man kann sich nun auch speziell innerhalb seines Interessengebietes mit anderen austauschen. Und weil man in Facebook kein Blatt vor den Mund nehmen muss, kommen die ein oder anderen ausfallenden Diskussionen zustande. Und dabei kann man nicht einmal festmachen, in welchen Facebookgruppen dies am meisten der Fall ist. Immerhin beobachten wir hemmungslose Meinungsverschiedenheiten, grundverschiedene Ansichten über Rot und Grün und bedingungsloses Einstehen für die eigene Sache in eigentlich allen Gruppen.

Verhalten in Facebookgruppen

Facebookgruppen haben mehr oder weniger viele Mitglieder und natürlich gibt es zu einem Thema nicht nur eine Gruppe. Nein, jede Gruppe hat mindestens 100 ähnliche Gruppen und Untergruppen, dessen Administratoren regelmäßig daran arbeiten, die Regelungen zu verschärfen. Gegen Hater, Werbung für sich und andere und Eigenlob wird strikt vorgegangen. Wer einer Gruppe in Facebook beitreten möchte, der sollte sich zunächst einen Nachmittag frei nehmen, um die Gruppenregeln zu verinnerlichen. Admins sind die Gründer der Facebookgruppen, sie lieben ihren Job, nehmen ihn durchaus ernst und möchten ihren Untertanen stets gerecht werden. Ab und an machen sie kurze Zwischenansagen, berufen sich auf ihre Regeln und werden dabei mehr als deutlich. Wer böse Dinge schreibt, fliegt bedingungslos raus. Wer versucht, seine hausgemachten Hundeplätzchen zu verkaufen und somit auch noch Profit aus den Facebookgruppen zu schlagen – Unverschämtheit! – , der fliegt genauso schnell. Und wer blöde Fragen stellt, nicht beim Thema bleibt, andere schief anguckt oder in Wahrheit gar nicht so viel Interesse an der Gruppe hat, der muss leider auch gehen. Das richtige Verhalten in einer Facebookgruppe ist also entscheidend und oft hängen die Mitgliedschaften vieler weiterer Folgegruppen dran.

Facebookgruppen Mitglieder – Arten und Verhalten

1. Die Popcornholer und stillen Mitverfolger

Wir sprechen von den Vernünftigen der Gruppen, denjenigen, denen es wirklich nur ums Thema geht. Und ein bisschen darum, sich an der Blödheit anderer zu bereichern. Es ist nicht ganz sicher ob diese Mitglieder wirklich etwas mit der Gruppe zu tun haben oder sich überhaupt für das Thema interessieren. Möglicherweise befinden sie sich nur deshalb in der Gruppe um sich schlicht zu amüsieren. Beginnt eine Diskussion, so holen sich diese Mitglieder meist Popcorn, was sie auch zunächst kommentieren, um dann nichts mehr von sich hören zu lassen. Facebook hat auf die Popcornholer natürlich reagiert und lustige Animationen mit süßen Tierchen, die sich eben Popcorn geholt haben, kreiert. Somit wissen nachfolgende Kommentatoren nun, dass ihnen auch die erwünschte Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird. Es kann los gehen.

2. Die Fehlersucher

Um eine Diskussion ins Rollen zu bringen oder seine eigene vorhandene Zeit tot zu schlagen, wird nach jeder Veröffentlichung eines Beitrages nach Fehlern gesucht. Dafür begeben sich die Fehlersucher auch auf die jeweiligen privaten Profile der anderen und suchen nach Dingen, für welche die jeweilige Person zwingend an den Pranger gestellt werden sollte. Wofür? Um einfach Lob und Anerkennung seitens der anderen Fehlersucher aus der Gruppe zu erhalten. Es tut sicherlich wahnsinnig gut, wenn man einen Fehler bei einer anderen Person gefunden hat und dafür dann auf seinen eigenen Kommentar mehrere Likes erhält. Und so werden aus netten Welpenbildern schnell bösartige Vermehrer-Absichten, aus vergoldeten Rasenmäher-Griffen werden Proletengärtner und Pferdebesitzer die ohne Helm reiten zum Abschaum in der Reiterszene.

3. Die Hater – auch Neider genannt

Die Hater muss es in jeder Gruppe geben, denn sie setzen den Fehlersuchern noch einen oben drauf und bemerken nicht nur die Fehler der anderen, sondern setzen diese gekonnt in Szene. Sie sind aber dementsprechend auch nicht allzu lange in einer Facebookgruppe. Immerhin gibt es ja noch die Admins, die Hatern jederzeit das Garaus machen können. Für einen kurzen Moment jedoch haben sie freie Hand und können ihre Mitmenschen – ohne diese natürlich zu kennen – in höchstem Maße beleidigen, niedermachen und ihnen zeigen, wie sehr sie verabscheut werden.

4. Die Streitschlichter

Die Streitschlichter sind ein wenig den stillen Popcornholern vorgeschickt worden, denn sie sind gleichermaßen vernünftig, wollen dies jedoch im Gegensatz zu den anderen öffentlich kund tun. Sozusagen die Gutmenschen unter den Gruppenmitgliedern. (Ja ich habe Gutmenschen gesagt…) Streitschlichtende Kommentare sollen die aufgebrachten Gemüter besänftigen. Allerdings werden Kommentare wie: „Och Mensch, ihr kennt diese Person doch gar nicht, kehrt vor eurer eigenen Tür“ nur allzu leicht übersehen. Der Streit wird natürlich nicht gekonnt geschlichtet und die Streitschlichter überlassen wieder anderen das Feld. In einigen Fällen übernehmen die Streitschlichter auch die Funktion, den Admin der Gruppe öffentlich oder privat zu kontaktieren. Niemand mag Petzen, liebe Streitschlichter. Das Grauen könne nicht weiter mit angesehen werden und der Thread solle doch bitte geschlossen werden. Was dann auch oft passiert und eine öffentliche Verwarnung der Admins folgt. „Wer sich nicht benimmt, fliegt raus!“

5. Die Neutralen

Die neutralen Facebookgruppen Mitglieder sind die einfachsten. Sie lassen sich im Netz nichts zu schulden kommen, bleiben stets sachlich und distanziert, haben lediglich ihren Vorgarten fotografiert und als Profilbild verwendet, und möchten mit anderen auf Augenhöhe diskutieren. Alles andere wird mit „kindischem Verhalten“ betitelt und in den Bereich der Kindergartengruppen verschoben. Oft werden die Neutralen zwar nicht von den Admins entfernt, da sie aber als einzige einen vernünftigen Beitrag zu leisten haben, wird es ihnen dann schnell zu kindisch und sie verlassen die Gruppe von alleine. Natürlich nicht ohne dies vorab auch öffentlich anzukündigen und sich noch ein letztes „GEH NICHT!!!“ abzuholen.

Kommentare in den Facebookgruppen

Facebookgruppen

Kommentare sind schnell getippt!

Ohne die Kommentarfunktionen würden die Gruppen in Facebook natürlich nicht so lebendig werden. Und es stellt sich mir an dieser Stelle die Frage, ob denn das Facebookteam mit Absicht die ein oder andere Funktion mit hinzugefügt hat, um die Gruppendiskussionen interessanter und noch intensiver zu gestalten? Ein einfaches Daumen-Hoch ist natürlich zu langweilig gewesen. Damit hat man schließlich nur sein Gefallen an einer Sache kund tun können, nicht aber, dass einen dieser Beitrag überhaupt nicht gefällt. Und so kann man jetzt auch wütend über Aussagen sein, man kann sie traurig finden oder man kann andere auslachen. Wie schön! Und als wäre das alles nicht genug, so kann man auch auf Kommentare antworten und unter der eigentlichen Diskussion, weitere internere Diskussionen starten.

Natürlich haben auch wir uns die Situationen innerhalb der Facebookgruppen einmal angesehen und versucht, diese zu analysieren. Als Beispiel haben wir uns eine Hunde-Facebookgruppe ausgesucht und mögliche Kommentare auf einen Beitrag für euch zusammen gestellt.

Warum eine Hundegruppe?

In den Pferdegruppen war es definitiv zu gefährlich, die stehen schnell einmal in kompletter Kavallerie vor deiner Tür. Beleidige niemals Haflinger oder behaupte das Westernreiter total gemein mit ihren Pferden umgehen. Auch den Gartengruppen sollte sich nur mit vorsichtiger Distanz genähert werden, denn hier gibt es noch echte Gartenspezialisten und keiner möchte dort die Umweltschutzbeauftragten und Naturschützer verärgern. Bei der Hunde Facebookgruppe schien es am sichersten zu sein, auch wenn man zunächst an den Tierschützern vorbei muss.

Um also das Geschehen in einer Facebookgruppe für Hunde genauer zu verstehen und vielleicht sein eigenes Verhalten wieder zuerkennen, anbei eine mögliche Facebook-Hunde-Gruppendiskussion, wie sie tatsächlich so tagtäglich in Hunde Facebookgruppen dieser Welt passiert:

Liebe Gruppenmitglieder. Ich habe eine Frage und bitte euch um Antwort. Ich suche für meine dreijährige Collie-Hündin eine geeignete Hundebürste. Könnt ihr mir eine empfehlen? 

  • „Ich hole mir schon mal Popcorn!“ #Popcorntütemitlachendemkatzengesicht
  • „Deine Hündin ist schon 3 Jahre alt und du hast immer noch keine geeignete Hundebürste für sie? Wie sieht die arme Maus denn bitteschön aus, wenn du sie seit 3 Jahren nicht gebürstet hast?“
  • „Eigentlich weiß man doch schon vor der Anschaffung eines Collies, dass die langes Fell bekommen. Und jetzt bist du offensichtlich mit einfachsten Dingen überfordert?“
  • „Hast du erst jetzt mit bekommen, dass Collies langes Fell haben? Haha!“
  • „Du fragst nach einer Bürste, benötigst aber eigentlich 5. Jede Jahreszeit stellt besondere Anforderungen an das Fell. Die Hundebürstenanschaffung kostet natürlich Geld, welche es dir offensichtlich nicht Wert zu sein scheint.“
  • „Wie bitte? Du bürstest deinen Hund? Das ist nicht dein Ernst! Hunde bürstet man nicht, du zerstörst damit seine natürliche Schutzfunktion der Haut. Jetzt friert dein Hund sicher im Winter.“
  • „Ich verwende Kokosöl, das macht das Fell glänzend. Darüber solltest du dich mal informieren, ehe du dich mit Bürsten beschäftigst. Aber immer den einfachsten Weg gehen. Geht ja nur um ein Tier!“
  • „Ach so, hier noch der Link zu meinem Onlineshop, wo ich Kokosöl verkaufe…nur by the way, wen es interessiert…nicht so wichtig…!“
  • „Du nimmst bestimmt die falsche Bürste seit vielen Jahren. Der arme Hund. Du bürstest ja sogar seine natürliche Fettschicht einfach so weg, wie ich erfahren musste!“
  • „Dein Beitrag macht mich so aggressiv, ich könnte aus der Haut fahren! Wie kann man sich nur einen Collie kaufen, wenn man nicht mal von Bürsten Ahnung hat? Aber Hauptsache deine Haare sind morgens schön geglättet oder?“
  • „Bitte bleibt doch sachlich, sie hat zwar keine Ahnung von Hunden aber sie frägt doch nur nach einer Bürste!“
  • „Also ich bin Friseurin und ich kann nur jedem empfehlen mit dem Hund zu einem Hundefriseur zu gehen und überhaupt würde ich nur ausgebildeten Friseurmeistern eine solche Rasse empfehlen. Kannst du überhaupt mit der sensiblen Art des Collies umgehen?“
  • „Während du hier deine Frage gepostet hast, hättest du auch genauso gut los fahren können und ihr eine kaufen können!“
  • „Versuch es doch mal mit hochwertigem Futter, bevor du hier nach einer Bürste frägst!“
  • „Es geht hier doch nicht um Futter, sondern um einen offensichtlich völlig verwahrlosten Hund.“
  • „Viel Spaß mit den Filzstellen – du hast sie verdient. Hoffentlich musst du auch mal mit so Filzstellen im Haar rumlaufen weil du eine billige Bürste verwendet hast.“
  • „Wer ist eigentlich hier der Admin?“

Vielleicht frage ich beim nächsten mal lieber, wie man Welpen eigentlich großzieht oder ob sich jemand auch so gerne den Hundeprofi auf VOX ansieht. Oder vielleicht frage ich in einer Gärtnergruppe nach, ob es denn billiges Rindenmulch auch tun würde.Oder ich biete mich in einer Textergruppe als Texterin für unter 3 Cent das Wort an.

Ich als Texterin UND Hundebesitzerin weiß nun einmal mehr meine Textergruppen auf Facebook zu schätzen. In Textergruppen wird man zwar sowohl für den Inhalt, als auch direkt für die Qualität der Textkommentare verurteilt, aber immerhin gibt es dort keine Schutzorganisationen, an die man angeschwärzt werden kann. Sicherlich tummeln sich auch in den Textergruppen vereinzelt selbsternannte Rechtschreibpolizisten und Grammatik-Gurus, aber die Diskussionen über Sinn und Unsinn von Apostrophen, dem idealen Wortpreis von Arbeitnehmern und der Selbstständigkeit an sich, scheinen mir nicht ganz so gefährlich zu sein wie so manch Hundefutterdiskussion.

Fakt ist, dass man in so gut wie jeder Facebookgruppe vorschnell verurteilt werden kann und wird, stellt man die falschen Fragen oder trifft unkorrekte inhaltliche Aussagen. Aber auch wenn man nach dem einen oder anderen Beitrag, den man auf Facebook postet, an seiner bloßen Existenz zweifeln könnte, so lässt einen die Gruppendynamik doch nicht los. Und ab und an finden sich auch 2 oder 3 Personen zusammen, die sich darüber hinaus gut verstehen. Bis einer von ihnen auf die Idee kommt, doch eine eigene Facebookgruppe zu gründen, in der dann sowieso alles besser läuft.

Tipps für das Posten in Facebookgruppen

  • Überlege dir vor deinem Posting, welche Gruppierungen du damit verärgern könntest. Fragen nach Futter, Impfungen, Kastrationen, Fellpflege, Wortpreisen und viele weitere Themen einfach weg lassen und gar nicht erst ansprechen.
  • Achte beim Posten von Bildern genau darauf, was man auf dem Bild alles erkennen könnte. Ein unaufgeräumter Hintergrund kann dich schnell zum Messie machen.
  • Poste keine Werbung von dir, auch wenn du etwas Tolles anzubieten hast. Es gönnt dir ohnehin niemand und Werbung ist in den meisten Gruppen mittlerweile aus diesem Grund verboten.
  •  Gründe am Besten deine eigene Facebookgruppe in der du die Macht über die Beiträge behältst. Und:

„Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, soll man den Mund halten!“ Zitat Klopfer aus dem Disney-Film Bambi

Das Schlusswort:

Dieser Artikel beinhaltet ein wenig Satire, Witz und persönliche Meinungen – bitte nehmt es nicht so ernst!

Jenny Dirschl
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Jenny Dirschl

Texterin bei UniContent
Leidenschaftliche Texterin und Blogbetreiberin
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Ein Gedanke zu „Was über Facebookgruppen gesagt werden sollte

  1. Ha! Ich kann Elterngruppen und das Thema Impfen noch empfehlen mit einem Eingangspost so wie „Ich finde es ja toll, wie die pharmazeutische Industrie heute mit ihren Impfstoffen meine Kinder vor Krankheiten schützt“

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