Lebenslänglich wegen illegalem Autorennen?

Lebenslänglich wegen illegalem Autorennen?

Ein 28 jähriger und ein 25 jähriger veranstalteten letztes Jahr in Berlin ein kleines, aber verheerendes Autorennen – illegal natürlich. Keine seltene Berichterstattung, allerdings kam es bei diesem Rennen zu einem schrecklichen Unfall mit Todesfolge. Das Urteil das jetzt am 27. Februar gefallen ist, dürfte so manchem Raser den Schrecken ins Gesicht steigen lassen. Dieses lautete nämlich Mord und damit wäre eine lebenslange Haft angeordnet. Natürlich sind die Anwälte der beiden in Berufung gegangen und mögen das Urteil nicht wirklich akzeptieren. Und auch bei den Bürgern scheiden sich die Ansichten – kann den beiden wirklich Mord angehängt werden?

Lebenslange Haft oder Geldbuße wegen Autorennen?

Das Urteil zum Mord oder Führerscheinentzug mit Geldbuße wegen Autorennen?

Es klingt ein wenig ironisch, ist es aber nicht, denn viele können das Urteil des Richters nicht wirklich nachvollziehen. Dieser möchte damit auch kein Example statuieren oder sich besonders hervorheben, sondern konnte bei der Urteilsverkündung klare Argumente für sein Urteil auf den Tisch legen. Doch warum lautete dieses Urteil Mord? Natürlich ist bei diesem Rennen ein Unbeteiligter gestorben, allerdings wurde die Person nicht vorsätzlich umgebracht und schon gar nicht hinterlistig ermordet. Wie konnte das Urteil also so hart ausfallen, dass den beiden Jungs nun eine lebenslange Haft droht?

Argumente für eine Verurteilung zum Mord

Auch ich kann das Urteil des Richters nachvollziehen, auch wenn es ein hartes sein mag. Immerhin durchfuhren die beiden „Rennfahrer“ bewusst und vorsätzlich sämtliche rote Ampeln, die sich ihnen in den Weg stellten. „Wer 11 rote Ampelanlagen überquert ohne abzubremsen, der nimmt willentlich und bewusst in Kauf, dass dabei Menschen ums Leben kommen können.“ So eines der nachvollziehbaren Argumente des Richters. Es handelt sich hierbei also nicht um vorsätzlichen Mord, sondern um vorsätzliches in Kauf nehmen des Todes. Und ja, das ist durchaus nachvollziehbar. „Man darf nicht vergessen, dass die beiden Männer durchaus Herr ihrer Sinne waren und bei klarem Verstand Entscheidungen trafen!“ so weiter die Urteilsverkündung, die insgesamt rund 1,5 Stunden dauerte.

Ist eine lebenslange Haft für illegales Autorennen angemessen oder nicht?

Ob das Urteil rechtskräftig wird oder nicht, das werden wir später sicherlich erfahren. Und wir sind gespannt, denn so ganz einig ist man sich darüber nicht. Der Richter allerdings ist sich seines Urteiles sicher und weiß, dass es ein hartes ist. Man darf aber auch nicht vergessen, dass nun Michael W. im Alter von 69 Jahren an diesem Abend sein Leben lassen musste und das nur für ein paar Minuten Spaß. Und normalerweise würden die beiden nun wegen einer Teilnahme an einem illegalen Autorennen eine Ordnungswidrigkeit begangen haben und mit einer Geldbuße von 400 Euro und einem Monat Fahrverbot bestraft werden. Nach dem tödlichen Verlauf wäre das Urteil normalerweise auf fahrlässige Tötung hinaus gelaufen und mit einer Bewährungsstrafe und Geldbuße geahndet worden.

Wir sprechen hier allerdings nicht von einem normalen Fall und auch nicht von einer Kurzschlussreaktion oder geringfügigem Überschreiten der Geschwindigkeit. Mit 150 Sachen zu viel auf dem Tacho 11 rote Ampelanlagen zu überfahren ist mehr als fahrlässig und damit nicht mehr mit einer Geldbuße abgetan. Einige andere sehen dies jetzt aber immer noch anders.

Und auch wir würden uns für eure Meinung zu dem Thema interessieren. Schreibt uns in den Kommentaren!

Jenny Dirschl
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Texterin bei UniContent
Leidenschaftliche Texterin und Blogbetreiberin
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Ein Gedanke zu „Lebenslänglich wegen illegalem Autorennen?

  1. Ich war sehr überrascht von diesem Urteil, weil meinem Empfinden nach diese Raser immer zu glimpflich davongekommen sind.

    Wer wie in diesem Fall wiederholt bewusst rote Ampel mit völlig überzogener Geschwindigkeit überfährt, hat genau dieses Urteil verdient.
    Schade, dass es erst mal wieder soweit kommen musste. Vielleicht sollte man diese Typen schon früher härter verurteilen können.
    Aber… das muss immer im Einzelfall geschehen, so eine Verurteilung kann man nicht pauschalisieren.

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