Freeletics Erfahrungen Teil 2

Freeletics Erfahrungen Teil 2

Tag 2 meines Selbstexperiments bei Freeletics hat begonnen und ich frage mich ernsthaft wann genau der Zeitpunkt eintreten wird an dem mir diese Übungen tatsächlich Spaß machen und ich nicht mehr ohne sie leben kann. Nach aktuellem Stand wird das wohl noch dauern, wenn überhaupt….

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Nachdem ich an Tag 1 den Mund ziemlich voll genommen hatte, startete ich mit meinem ersten Workout Athena! Athena besteht aus fünf Runden a 3 Übungen und ein par Sekunden Pause dazwischen. Vor meinem ersten Workout sah ich mir die Übungen an und dachte mir noch, dass dies wohl nicht so schwierig sein kann. Immerhin wollte ich mich mit der Endurance-Version aufwärmen und vielleicht noch Aphrodite im Anschluss machen. Wie konnten Menschen nur über eine Stunde dafür brauchen? Ich hielt mich für einigermaßen sportlich, schließlich ging ich täglich mit meinem Hund raus.

25 Mountain Climbers: Ich weiß noch, dass ich als Kind eine solche Übung zum Spaß auf dem Sofa meiner Eltern ausgeführt hatte. Nun, was soll ich sagen… Ich hasse Mountain Climbers, schaffte sie jedoch einigermaßen spielerisch. Die 25 Crunches fielen mir deutlich schwieriger. Ich schob mein Versagen auf meine Narbe wegen des Kaiserschnittes, diese brannte nämlich wie Hölle nach den ersten 10 Crunches. Aber ich machte irgendwie weiter. Die 25 Squats waren wieder einfacher. Wären die 5 Runden nicht gewesen, hätte ich mich wohl für den sportlichsten Menschen dieser Erde gehalten. Bei Runde 3 mit 15 Wiederholungen kam ich doch tatsächlich ins schwitzen, – ach was, keuchen…. Die Schmerzen kamen kurz nach Abschluss und hielten bis zum Abend an.

Und weil ich es allen beweisen wollte, wollte ich Athena noch einmal machen – am Abend. Mein Freund war mir dabei mehr oder weniger eine Hilfe und spielte Coach, da er das wohl schon immer mal machen wollte. So konnte er mich anschreien und beleidigen und es kam mir so vor, als wollte er das wohl schon immer mal machen. Er probierte Athena selbst aus um mir die Einfachheit dieser Übung zu beweisen, ich denke das wollte er wohl schon immer mal machen…. Anschließend fühlte ich mich trotzdem gut, denn ich hatte mich um 7 Minuten verbessert.

In dieser Nacht schlief ich wie ein Stein. Schon in der Dusche konnte ich kaum noch stehen, umständlich setzte ich mich aufs Klo. Jedes mal pinkeln kam einem HH Squats gleich. Ich denke das das zählt….

Der Wecker klingelte und ich erwartete durch meine gestrigen sportlichen Aktivitäten, dass ich fitter und glücklicher sein würde. Sagt man ja schließlich so… Allerdings fühlte es sich an, als hätte ich eine Magen-Darm-Grippe und eine Mandelentzündung, bis ich bemerkte, dass mir an diesen Stellen die Muskeln weh taten. Ich hatte Muskeln unter dem Kinn und am Hals? Magen-Muskeln? Ich wollte mich noch einmal umdrehen und spürte einen Schmerz, der sich durch meinen ganzen Körper zog – jetzt war ich hell wach und mein erster Gedanke war: Scheiße! Wie sollte ich diesen Tag überleben? Meine Beine fühlen sich an wie Schwämme auf denen ich nun laufen sollte. Ich hatte zum ersten mal Angst vor meinen Treppen und wünschte mir zum ersten mal in meinem Leben einen Treppenlift. Glücklicherweise hat mich keiner gesehen, als ich heute die Treppen runter stieg. War heute Nacht doch ein Exorzist am Werk? Irgendjemand hat mit meinen Eingeweiden gespielt und ist auf meinen Knochen und Bändern rum getrampelt. Ich bereute mein gestriges Abendprogramm.

Kopfschmerzen – Aspirin! Ohne geht nicht. Durch meinen verspannten Nacken hatte ich höllische Kopfschmerzen. Ich finde mich mal damit ab und rede mir ein, dass das wohl so sein muss. Richtige Sportler müssen sich wohl so fühlen.

Ich wollte nicht jammern und ich wollte nicht aufgeben, nicht nach meinem gestrigen Erfolg, nicht nachdem ich wohl endlich begriffen hatte, wie unsportlich mein Körper war. Und dafür bestrafte er mich heute. Er hat aber auch Recht!

8:45 Uhr. Eigentlich wollte ich, nach dem Morgen-Gassi mit meiner Collie-Hündin, mit Aphrodite beginnen oder Athena wiederholen. Aber ich wusste, dass ich keinen einzigen Mountain Climbers oder Squats schaffen würde. Meine Oberschenkel brannten und ich hätte bei jedem normalen Schritt schon heulen können. Aber irgendwas wollte ich tun – ich wollte mich zum ersten Mal in meinem Leben durchbeißen und das Gefühl, das andere beschreiben, auch fühlen. Ich wollte mir keine Blöße geben. Niemals. Also ging ich laufen. Das würde ja wohl gehen – raus muss ich ja so oder so…

Am Sportplatz angekommen, schaltete ich  meinen ersten FreeRun auf meiner Freeletics-App frei und startete los. Die Schmerzen in meinen Beinen würden sicherlich gleich verschwinden wenn ich mich warm gemacht hätte. Pustekuchen! Nach wenigen Metern fühlten sich meine Beine an, als hätte ich überhaupt keine. Wie Schwämme ohne Kraft. Ich wollte nicht stehen bleiben, aber mein Körper tat es einfach…. Ich lief  weiter und nahm mir vor, 20 Minuten durchzuhalten. Nach gefühlten 30 Minuten sprach schließlich der gnadenlose App-Sprecher zu mir: „Time: 5 Minutes, Distance…. “ Was??? Ich würde wohl keine 20 Minuten durchhalten….

Die nächste halbe Stunde verbrachte ich aus einer Mischung aus laufen, gehen, walken, gehen….lau….gehen….kriechen… Ich beendete meine Gassirunde noch und lies mir verachtende Blicke von meiner Hündin zuwerfen. Als wolle sie mir sagen, dass ich einfach unfähig bin. Egal – ich schwitzte wie ein Tier, meine rosa Turnschuhe waren pitschnass und der unfreundliche App-Sprecher kann mich mal! Die Musik war Schuld – ich habe nämlich noch keine passende Motivationsmusik auf meinem Handy. Daran wird es wohl gelegen haben…

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Irgendwann sprang der Titel „Auf Uns“ zu Helene Fischer „Atemlos“ über – ich dachte mir nur, endlich eine die mich versteht… Gefühlt habe ich mindestens 3 Kilo mit diesem undisziplinierten Lauf verloren… als ich an der großen Halle mit den großen Glaßfenstern vorbeiwalkte, stellte ich allerdings fest, dass dem nicht so ist… Also wenn ich die so genannten Höllenwochen noch vor mir habe, was ist dann das, was ich hier tue? 

Am Ende der Woche werde ich mein erstes Video machen, um einfach mal auf diese Art und Weise zu berichten. Auch die Erfahrungen mit freeletics.com möchte ich festhalten… 

Und nun entschuldigt mich, ich muss niesen, das könnte weh tun….

 

Jenny Dirschl
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Jenny Dirschl

Texterin bei UniContent
Leidenschaftliche Texterin und Blogbetreiberin
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